Doping – nicht nur unsportlich, sondern gefährlich

Die Olympischen Spiele in Tokyo tragen den Beinamen „Doping-Spiele“. Nirgendwo wird so viel gedopt wie im Leistungssport, wo der Ehrgeiz enorm und der Blick auf das Siegertreppchen das Nonplusultra ist. Doch die Fairness, der ehrliche Wettbewerb und die Gesundheit der Sportler bleiben dabei auf der Strecke. Wo dopt man am meisten und warum ist es trotz Kontrollen nicht möglich, den fairen Wettbewerb fitter Sportler ohne Doping wieder aufzunehmen?

 

Warum viele Leistungssportler nicht so gesund sind wie wir glauben

Bewundernd schaut man zu Leichtathleten, zu Marathonläufern oder zu Radsportlern auf, die augenscheinlich alles geben und ihrem Körper eine überdurchschnittliche Leistung abverlangen. Doch wie ist es um die Gesundheit bestellt? Wer einem sportlichen Hobby nachgeht, weiß, wie wichtig die gesunde und vitalstoffreiche Ernährung ist. Sie hält fit, liefert Energie und sorgt dafür, dass man nach einem langen Arbeitstag noch im Fitnessstudio trainieren oder einen Waldlauf machen kann. Auch Leistungssportler ernähren sich gesund, was konträr zur Tatsache steht, dass sie ihrem Körper mit Medikamenten zur Steigerung der Leistungsfähigkeit Schaden zufügen. Doping ist ein weitreichendes Risiko, dass die Gesundheit, das Image und die Karriere im Leistungssport beeinträchtigt.

 

Dennoch ist die medikamentöse Steigerung der körperlichen Belastbarkeit ein globales Problem. Mehr Informationen sehen Sie in dieser Tabelle:

Quelle: Betrugstest.com

 

Die gesundheitlichen Folgen des Dopings

Bei einem Großteil des Dopings handelt es sich um Medikamente, die nicht ohne Grund nur zur Behandlung spezieller Erkrankungen verschrieben werden. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Bereich sind Tierhormone. Diese werden hauptsächlich intravenös verabreicht und sollen dem schnellen Muskelaufbau dienen. Das Resultat im Bezug auf die Gesundheit ist erschreckend. Augenscheinlich kerngesunde Athleten bekommen Herz-Kreislauf-Probleme und kippen beim Sport um. Hautunreinheiten, eine Veränderung der Stimme und die Abnahme der Libido sind ebenfalls bekannt. Warum dennoch gedopt wird und warum auch die rechtlichen Folgen nicht abschrecken, wird hauptsächlich damit begründet, dass es die anderen Wettbewerber ebenfalls tun. Die meisten Dopingfälle bei Sportlern sind in der Leichtathletik und im Radsport bekannt.

 

Doch nicht nur Sportler, sondern auch Trainer und Betreuer greifen zu leistungssteigernden Medikamenten und legen ihre körperliche und mentale Fitness damit gleichermaßen in die Waagschale. In Indien werden die meisten Sportler gesperrt, während in Kanada die häufigsten lebenslangen Sperren verhängt werden. Für gedopte Sportler kann die Sperre, auch wenn sie einen finanziellen Verlust und einen Imageverlust nach sich zieht, dennoch der einzige Weg zur Vermeidung von Herzinfarkten, Hirnschlägen und sonstigen lebensbedrohlichen Folgen sein.

 

Faktencheck: Männer sind anfälliger als Frauen

Betrachtet man das Verhältnis bekannt gewordener Dopingfälle bei Männern und Frauen, wird deutlich, dass männliche Sportler mehr als viermal so häufig dopen wie Frauen. Hierbei handelt es sich nur um die bekannten Fälle, die sich aus den Sperren und den Presseinformationen ergeben. Seit 2020 wird weniger kontrolliert als vor der Pandemie, wodurch es automatisch zu weniger aufgedeckten Dopingfällen als früher kommt. Die reellen Zahlen sind wahrscheinlich noch viel höher als die bekannten statistischen Werte. Dass hauptsächlich Männer dopen begründet sich darin, dass es mehr Leichtathleten als Leichtathletinnen, mehr Radsportler als Radsportlerinnen und mehr Body Builder als Body Builderinnen gibt. Gerade in letzterem Bereich ist die Verabreichung von Testosteron und Anabolika sowie von Steroiden ein Kernproblem. Zumal der Sportler hierzu wissen sollte, dass er durch Doping zwar optisch größere Muskeln aufbaut, aber nicht an Kraft und fester Muskelmasse gewinnt.

 

Gründe für Doping – der Selbstoptimierungstrend als Steilvorlage

Wer im Leistungssport aktiv ist, hat selbstverständlich den Wunsch, auf dem Siegertreppchen und dort bis oben zu stehen. Das ist an sich kein Problem und muss auch nicht dazu führen, dass man anfällig für Dopingmittel zur Leistungssteigerung wird. Doch der heute für einen Großteil der Menschen so wichtige Vergleich mit der „den Anderen“ ist ein Problem, das man als hauptsächlichen Grund für Doping betrachten kann. Die Selbstoptimierung ist in allen Lebensbereichen ein täglicher Begleiter geworden und macht auch vor sportlichen Wettkämpfen nicht Halt. Kommt dazu Versagensangst und die Furcht vor einer Niederlage, kann das den Weg in illegale Maßnahmen zur Steigerung der eigenen Belastbarkeit ebnen. Selbst erfahrene und ansonsten gesundheitsbewusste Sportler sind nicht davor gefeit, Dopingmittel zu versuchen und nach dem ersten Erfolg zu vermuten, dass ihr Sieg nicht auf ihrer Leistung, sondern auf dem leistungssteigernden Mittel beruht. In den wenigsten Fällen lässt sich heute in der zivilisierten Welt die Schuld auf den Coach schieben. Wer dopt, trifft diese Entscheidung immer selbst und geht kein erzwungenes, sondern ein von ihm selbst erzeugtes Risiko ein.

Fazit: Die Anforderungen im Alltag werden immer größer. Gleichzeitig schwindet die Gabe, zu delegieren und Verantwortung abzugeben. Wer leistungssportlich aktiv und anfällig für die Selbstoptimierung ist, hat ein erhöhtes Risiko, mit Doping in Berührung zu kommen und die höhere Belastbarkeit seines Körpers als positiven Effekt zu bewerten. Doping ist ein weltweites Problem, das in allen Leistungssportarten auftritt und das Sportler sowie ihre Coaches betrifft.

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