Niedriger Blutdruck: Symptome & Therapie

Der menschliche Körper lebt nur, wenn das Blut Stunde um Stunde zirkuliert. Angetrieben vom Herzen, dem menschlichen Motor. Dieser Muskel schläft nie und drückt das Blut während der Kontraktionsphase in die Blutgefäße und saugt in der Entspannungsphase durch den anderen Herzbeutel das Blut wieder an.
Der Druck, der durch den Herzschlag aufgebaut wird, heißt Blutdruck. Beim Zusammenziehen entsteht ein stärkerer Druck, der sogenannte systolische Blutdruck. In der Entspannungsphase wird der Druck diastolischer Blutdruck genannt. Der systolische Blutdruck ist immer höher als der diastolische.

Wie misst man den Blutdruck?

Um den Druck des Blutes zu messen, verwendet man die Maßeinheit Millimeter-Quecksilbersäule (kurz mmHg), die auch in der Physik verwendet wird. Der Blutdruck wird entweder mit dem sogenannten Sphygmo-Manometer, oder aufgrund der technischen Entwicklung, neuerdings auch mit digitalen Messgeräten, die mit elektronischen Sensoren funktionieren.

Der Blutdruck wird in der Regel so dargestellt, dass der höhere Wert vorne steht. Also z.B. 130 zu 80 mmHg oder auch nur 130/80. Man erkennt, dass die Maßeinheit umgangssprachlich weggelassen wird.

Was ist niedriger Blutdruck?

Der normale Blutdruck liegt zwischen 120 zu 80 und 130 zu 85 mmHg. Leichte Werte darüber sind nicht weiter schlimm, wenn keine weiteren chronischen Erkrankungen vorliegen und werden als leichte Hypertonie bezeichnet. Erst ab einem Druck von über 160 zu 100 spricht man von einer richtigen (mittleren) Hypertonie also Bluthochdruck.

Bei einem Blutdruck von unter 110 des systolischen (also höheren) oder 60 des diastolischen (also niedrigen) Wertes spricht man von niedrigem Blutdruck. Der Fachausdruck ist Hypotonie, dieser ist anhand verschiedener Symptome erkennbar.

Systolisch Diastolisch
< 110 <60 Niedriger Blutdruck (Mann)
< 139 <99 Normaler Blutdruck
> 140 > 90 Hoher Blutdruck

Hinweis: bei Frauen gilt erst ein Blutdruck unter 100 als zu niedrig.

Wie sind die Symptome beim niedrigen Blutdruck?

Ein niedriger Blutdruck kann sich in Symptomen äußern, muss er aber nicht. Es sind Schwindel, Herzrasen, Probleme mit dem Kreislauf und Kopfschmerzen möglich.
In seltenen Fällen, vor allem wenn der Blutdruck rasch abfällt, kann eine Ohnmacht entstehen. Schuld daran sind oft Lagewechsel, z.B. beim schnellen Aufstehen.
Häufiger sind bei niedrigem Blutdruck und schnellen Positionswechseln allerdings Sehstörungen. Dem Patienten wird schwarz vor Augen oder er sieht Sterne vor den Augen tanzen.

Ursachen des niedrigen Blutdrucks

Grundsätzlich ist ein niedriger Blutdruck selten gefährlich, wenn er ohne Ursache auftritt. Solch einen niedrigen Blutdruck nennt man dann primär niedrigen Blutdruck.
Ab und an jedoch tritt niedriger Blutdruck auch als Teil einer Krankheit auf. Deshalb sollte ein Arzt zumindest einmal prüfen, warum niedriger Blutdruck vorliegt.
Darüber hinaus gibt es weitere Gründe für einen niedrigen Blutdruck.

Primärer niedriger Blutdruck

Gerade bei jungen, sehr schlanken Mädchen (seltener auch Jungen) kommt ein niedriger Blutdruck häufig vor. Dieser wird dann aufgrund des Körperbaus verursacht und heißt konstitutionelle Hypotonie.

Darüber hinaus ist der niedrige Blutdruck auch vererbbar.

Sekundärer niedriger Blutdruck

Diese Form der Hypotonie kann Teil einer Krankheit sein. Herzerkrankungen, Erkrankungen der Nebennierenrinde, Venenschwäche und oft auch die Schilddrüsenunterfunktion können sie auslösen.

Sonstige Auslöser für niedrigen Blutdruck

Die Schwangerschaft kann bei Frauen schuld an einer Hypotonie sein. Das Kind drückt auf eine wichtige Vene (die große Hohlvene) und es fließt weniger Blut zum Herzen zurück.

Medikamente, z.B. Herzmedikamente oder Mittel gegen Bluthochdruck, können einen sogenannten medikamentösen niedrigen Blutdruck auslösen. Vor dem eigenmächtigen Absetzen der Medikamente sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Wie wird ein niedriger Blutdruck diagnostiziert?

Spürt der Patient häufiger eines oder mehrere der oben genannten Symptome, so sollte der Blutdruck kontrolliert und mit dem Arzt gesprochen werden. Dieser kann Erkrankungen ausschließen und über diverse Tests die Ursache für die Hypotonie feststellen.

Therapie eines zu niedrigen Blutdrucks

Steht fest, dass keine Krankheit die Ursache für einen zu niedrigen Blutdruck ist, so können zunächst einfache Hausmittel die Symptome lindern.

Aktivieren Sie den Kreislauf, z.B. durch Aktivität. Regelmäßiger Sport kann helfen, den niedrigen Blutdruck langfristig in den Griff zu bekommen.

Kaffee und Tee wirken aufgrund des Koffeins ebenfalls anregend auf den Blutdruck. Dennoch sollten Sie nicht zu viel Koffein zu sich nehmen, da dies dann ungesund sein kann. Stattdessen sollten Sie viel Flüssigkeit (Wasser, Tee) zu sich nehmen mit ausreichend Mineralien. Denn Salze sind bei viel Flüssigkeit wichtig, und Salz wirkt auch Blutdruck erhöhend.

Helfen die Hausmittel nicht, so kann Ihnen der Arzt nach eingehender Untersuchung auch blutdrucksteigernde Medikamente verschreiben. Solche Medikamente werden allerdings nur verschrieben, wenn der niedrige Blutdruck absolut nicht in den Griff zu bekommen ist und Gefahren drohen (häufige Ohnmacht, etc.).

Fazit zu Hypotonie

Auch wenn zu niedriger Blutdruck für den Betroffenen in dem Moment oft unangenehm ist (Schwindel, Augenprobleme), so ist er in der Regel keine ernsthafte Krankheit. Lassen Sie die Ursachen trotzdem zumindest einmal vom Arzt abklären, weil eben doch auch eine ernsthafte Erkrankung dahinter stecken kann.

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