Kyphoplastie und Vertebroplastie – Behandlung bei Wirbelkörperfrakturen

Eine Wirbelkörperfraktur kann unterschiedliche Gründe haben und tritt oft in Folge von einer manifesten Osteoporose auf. Durch unterschiedliche erhebliche Einbuße der Knochendichte haben die Wirbelkörper der Wirbelsäule nach und nach an Stabilität verloren. Diese Tatsache machen sie anfällig für Brüche und andere Frakturen, die schnell gefährlich werden können. So können kleinere und größere Wirbelkörperfrakturen nicht nur sehr schmerzhaft sein. Nach einiger Zeit können diese leider auch zu einer Verformung von der ganzen Wirbelsäule führen, was ebenso negative Folgen mit sich bringt.

Was ist eine Kyphoplastie?

Hierbei handelt es sich um eine sogenannte minimalinvasive Methode. Diese wird bei schmerzhaften Wirbelkörperbrüchen, welche zusätzlich die Mobilität einschränken, genutzt und auch bei Patienten mit einer Osteoporose wird ein solcher Eingriff häufig geraten. Dabei wird die Schmerzbeseitigung bzw. eine Schmerzlinderung durch eine Stabilisierung von dem eingebrochenen Wirbelkörper erreicht.

Was ist eine Vertebroplastie?

Bei der Vertebroplastie handelt es sich um eine spezielle medizinische Behandlungsmethode. Diese wird bei Patienten, welche zum Beispiel mit Rückenschmerzen zu kämpfen haben, eingesetzt und soll so zu einer dauerhaften Schmerzlinderung führen. Bei Patienten mit anderen Knochenschmerzen spricht man nun von der Osteoplastie.

Was für ein Ziel hat die Behandlung?

Bisher hat man immer versucht, diese Schmerzen durch Bettruhe oder durch das Tragen von einem speziellen Korsett in den Griff zu bekommen. Außerdem wurden sehr häufig diverse Schmerzmittel verschrieben, obwohl dessen Einnahme, vor allem auf Dauer betrachtet, viele negative Einflüsse auf den Körper hat. Leider kann aber beobachtet werden, dass all diese Maßnahmen bei solchen schweren Schmerzzuständen in der Regel zu kurz greifen.

Das ist jedoch endlich anders. Mit der perkutanen Vertebroplastie kann nun durch ein minimal-invasives Verfahren bei vielen Patienten eine dauerhafte und somit auch nachhaltige Schmerzlinderung erzielt werden. Einige Patienten waren nach einer solchen Behandlung sogar komplett schmerzfrei leben.

Diese Methode der Behandlung kann allerdings nicht nur bei frischen Frakturen genutzt werden, sondern kommt auch bei älteren Frakturen zum Einsatz, sodass sich diese ebenso erfolgreich behandelt lassen. Auch hier konnte beobachtet werden, dass eine starke Schmerzlinderung erfolgte und einige Betroffene schmerzfrei leben konnten. Des Weiteren kann eine Vertebroplastie eingesetzt werden, wenn andere Knochenerkrankungen oder aber Wirbelkörper-Blutschwämme vorliegen und zu Schmerzen führen.

Für den Erfolg einer solchen Therapie ist es allerdings wichtig, dass eine exakte Diagnose durchgeführt wird. Das kann unter anderem per Kernspintomographie erfolgen. Des Weiteren ist es sehr wichtig, dass der Operateur über ausreichend Erfahrung bei einer solchen Maßnahme hat. So wird dieses Verfahren sogar in einigen Einrichtungen als gängige Schmerztherapie angeboten.

Wie laufen die Kyphoplastie und Vertebroplastie ab?

Wie bereits erwähnt, ist eine sichere Diagnose besonders wichtig, um überhaupt eine solche Maßnahme durchführen zu können. Zu Anfang wird unter einer Röntgenkontrolle eine Nadel durch die Haut eingeführt, sodass sie in den betroffenen Wirbelkörper gelangt, welcher für die Schmerzen verantwortlich ist. Wenn hier schon eine stärkere Verformung vorliegt, ist es möglich, dass diese durch einen sogenannten Ballon im Rahmen der Kyphoplastie aufgerichtet werden, was den Zugang einfacher machen soll. Sobald der „Zugang“ liegt, kann der Operateur flüssiges Knochenzement in den eingebrochenen Wirbelkörper einführen bzw. injizieren.

Der Zement hat nun die Aufgabe, den Knochen wieder stärker zu machen und somit für Stabilität zu sorgen. Dabei härtet diese Art Zement besonders schnell aus. Durch das Knochenzement wollen Ärzte nun dafür sorgen, dass der schmerzhafte Druck nachlässt. Kein Wunder, denn dieser kam durch ein sich zusammengesunkenen Wirbelkörper zusammen, welcher sich nun auf die jeweiligen Wirbelgelenke ausüben konnte und somit zu einem sehr starken Schmerz und auch zu Einschränkungen im Alltag sorgte.

Durch einen solchen Eingriff sollen Patienten in Zukunft also schmerzfreier durch den Alltag kommen und wieder neue Lebensqualität gewinnen. Des Weiteren wird das schmerzhafte Aneinanderreiben von den jeweiligen Knochenflächen mit der Knochenhaut gestoppt, sodass auch hier keine Schmerzen mehr zu erwarten sind.

Zeitlich betrachtet dauert die perkutane Vertebroplastie, welche inklusiv der Kyphoplastie durchgeführt wird, in der Regel nicht mal eine Stunde. Kein Wunder, denn dieser Eingriff wird nur mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt.

Die Vorteile der Kyphoplastie und Vertebroplastie

Die Vorteile können sich natürlich ganz klar sehen lassen. Endlich ist es möglich, mit einem gezielten Eingriff vieles zu verändern und den Patienten echte Lebensqualität zurückzugeben. Dabei spüren die meisten Menschen bereits direkt nach der Behandlung, wie die Schmerzen nachlassen. Viele Patienten berichten sogar davon, dass der Schmerz dauerhaft fernbleibt. Sie berichten, wie sie endlich nach vielen Wochen das Bett oder das Sofa verlassen konnten, wieder laufen können und das Leben endlich wieder lebenswert ist. Zusätzlich handelt es sich um einen Eingriff, welcher mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt wird, sodass die Risiken wesentlich geringer sind als unter einer Vollnarkose.

Fazit – endlich wieder ein Leben ohne Schmerzen

Menschen, die Tag für Tag mit Schmerzen zu kämpfen haben und deswegen schon im Alltag sowie beruflichen Leben eingeschränkt werden, wünschen sich normalerweise nichts sehnlicher, als endlich wieder mehr Lebensqualität zu genießen. Anstatt Tag für Tag schwere Schmerzmedikamente zu nehmen, welche den Schmerz allerdings nur betäuben und dabei den Körper schaden, kann durch einen solchen Eingriff dieser Wunsch wahr werden. Wichtig ist es allerdings, sich einen Operateur zu suchen, welcher sich mit dieser besonderen Methode auskennt. Innerhalb von einer knappen Stunde und unter örtlicher Betäubung können Betroffene nun endlich wieder neuen Lebensmut fassen.

  1. Erläuterungen: Moderne Therapiekonzepte: Vertebroplastie/ Kyphoplastie Vertebroplastie: prophylaktische Knochenzementstabilisierung von osteoporotischen Wirbelkörpern oder drohenden Wirbelkörpersinterungen ohne Ballonaufrichtung. Kyphoplastie: Knochenzementstabilisierung von frischen osteoporotisch bedingten Wirbelkörperfrakturen (1-4 Wochen alt) oder prophylaktisch bei drohenden osteoporotischen Wirbelkörpersinterungen mit Ballonaufrichtung.
  2. Die Kyphoplastie ist ein neues Therapiekonzept: Der eingebrochene Wirbel wird durch Einspritzung eines speziellen Knochenzementes wieder aufgerichtet
  3. Fachkreise: Kyphoplastie – Konzept zur Behandlung schmerzhafter Wirbelkörperbrüche Die Kyphoplastie ist eine minimalinvasive Methode zur Behandlung schmerzhafter und die Mobilität einschränkender
    Wirbelkörperbrüche, wie sie besonders häufig bei Patienten mit einer Osteoporose auftreten. Die Schmerzbeseitigung oder -linderung wird durch eine Stabilisierung des schmerzhaft eingebrochenen Wirbelkörpers und die dadurch bedingte Unterbrechung der schmerzhaften Periostirritation infolge der permanenten Mikrobewegungen des zusammensinternden Wirbelkörpers erreicht (Autoren: C. Kasperk et al.; Quelle: Ärzteblatt, 2003)
  4. Die Vertebroplastie (oder Osteoplastie) ist eine medizinische Behandlungsmethode, die für Patienten mit Rückenschmerzen (oder Schmerzen im Bereich anderer Knochen, dann Osteoplastie) geeignet sein kann (Herausgeber: Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH, Potsdam)

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