Hilft Sauna gegen eine Erkältung?

Finnland gilt als das Land der Sauna schlechthin. In kaum einem anderen Land gehört der regelmäßige Saunagang zum alltäglichen Leben. Bei den Weltmeistern im Saunieren findet sich eine Sauna daher nicht von ungefähr in nahezu jedem Haushalt und die Finnen zelebrieren den Saunagang mit Leidenschaft und Hingabe. Doch auch über 27 Millionen Deutsche schätzen die wohltuende und gesundheitsfördernde Wirkung des Saunierens. Doch hilft der Gang in die Sauna auch bei einer Erkältung, oder sollte man es doch besser sein lassen? Hier die Antwort sowie weitere informative Tipps zum Thema.

Wie wirkt die Sauna auf unseren Körper?

Beim Saunieren stellen sich vielfältige körperliche Auswirkungen ein. Durch die Hitze im Raum erwärmt sich die Hautoberfläche um etwa drei bis zehn Grad. Auch im Körperinneren wird es wärmer. Hier erfolgt ein Temperaturanstieg von ein bis zwei Grad. Für den Körper entspricht das einer Temperaturzunahme, die sich ähnlich wie Fieber auswirkt. Die natürliche Reaktion ist daher die Aktivierung unserer Abwehrkräfte. Hierbei erweitern sich die Blutgefäße, die Atemfrequenz nimmt deutlich zu und die Herzfrequenz erhöht sich um rund 50 Prozent. Gleichzeitig aber entspannen sich die Muskeln. Durch die kalten Güsse oder Tauchbäder zwischen den Saunagängen bewirken extreme Temperaturunterschiede, welche die Blutgefäße in der Haut anregen. So wird die natürliche Wärmeregulierung unseres Körpers auf positive Art und Weise gefördert. Dadurch kann der Organismus besser mit Temperaturschwankungen und winterlichen Verhältnissen umgehen. Da viele Menschen haben mit dem Wechselspiel zwischen kalter und nasser Außenluft und meist trockener und überhitzter Innenluft zu kämpfen haben, ist regelmäßiges Saunieren daher von Vorteil. Die heiß-kalt Wechselwirkung stimuliert zudem die Durchblutung sowie die Virenresistenz der Schleimhäute in den Atemwegen.

Warum ist die Sauna so gesund?

Giftstoffe werden ausgeschwemmt

Beim Schwitzen in der Sauna verliert der Körper rund 20 bis 30 Gramm pro Minute. Nach einem Saunagang von etwa 15 Minuten beläuft sich das auf knapp einen halben Liter Schweiß. Diese so ausgeschiedene Flüssigkeit wird zunächst aus dem Blut gewonnen, welches dadurch minimal dickflüssiger wird. Bei weiterem Schwitzen wird der Wasserverlust vom Organismus ausgeglichen, indem Wasser aus Fett- und Bindegewebe entzogen wird. Zusammen mit den Abfallstoffen des Stoffwechsels wird dieses dann über den Urin ausgeschieden, was zur Reinigung und Entgiftung des Körpers beiträgt. Ebenso trägt diese Reinigung von innen auch zur Verbesserung des Hautbildes bei, da die Poren gereinigt werden.
Tipp: Dieser Ausschwemmprozess wird allerdings unterbrochen, wenn man zwischen den Saunagängen trinkt. Besser ist es daher, erst nach dem letzten Saunagang zu trinken. Dann aber ausgiebig am besten mit verdünnten Fruchtsäften oder Mineralwasser. Alkohol ist nicht zu empfehlen.

Wohltuend für die Atemwege

Die Hitze in der Sauna wirkt sich zudem positiv auf die Durchblutung der Schleimhäute aus. Auch wird die Sekretabsonderung der Atemwege gefördert. Ebenso fällt das Durchatmen leichter, da die muskelentspannende Wirkung des Saunaganges das Lungenvolumen erhöht. Besonders Menschen, die Probleme mit den Bronchien haben, profitieren daher besonders von regelmäßigen Saunabesuchen.

Stärkung der Immunkräfte

Nachweislich wirken sich regelmäßige Saunabesuche auf die Gesundheit aus, denn wer über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig in die Sauna geht und dabei kräftig ins Schwitzen kommt, bekommt ein stärkeres Immunsystem und ist dadurch weniger anfällig für Erkältungskrankheiten. Durch das Ansteigen der Körpertemperatur werden auch gleichzeitig die Stoffwechselvorgänge angetrieben. Das bedeutet, dass auch die körpereigenen Abwehrkräfte intensiver arbeiten. Um Viren oder Erkältungskrankheiten schon vorbeugend zu bekämpfen helfen auch antibakterielle Saunaaufgüsse die ätherische Öle enthalten.

Kann man eine Erkältung in der Sauna ausschwitzen?

Bei einer Erkältung oder gar Fieber ist das natürliche Schwitzen hilfreich, um die Krankheitserreger schnell wieder loszuwerden. Beim Saunieren hingegen steigt die Körpertemperatur um bis zu zwei Grad an. Bei Fieber kann dies in der Sauna sogar gefährlich werden. Doch auch bei einer einfachen Erkältung hilft die Sauna keineswegs beim Ausschwitzen der Viren und Bakterien. Das Gegenteil ist der Fall, denn der Organismus wird hierdurch einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt. So wie jegliche Anstrengung bei einer Erkältung schädlich ist, ist auch die künstlich erzeugte Hitze und der extreme Temperaturwechseln von heiß nach kalt eine Strapaze für den ohnehin schon angegriffenen Organismus, der ja ohnehin schon auf Hochtouren mit der Virenbekämpfung beschäftigt ist. Ebenso droht der Saunagang in diesem Zustand das Herz-Kreislauf-System hochgradig zu überlasten. Besser sind Bettruhe und Erholung, um den Körper seine Arbeit selbst machen zu lassen. Weiterhin hilft es noch, ausreichend zu trinken und bei akuten Beschwerden den Hausarzt zu Rate zu ziehen.

Warum nicht in die Sauna bei Erkältung?

Das schon einmal vorweg: Mit einer bereits bestehenden Erkältung in die Sauna zu gehen, ist aus medizinischer Sicht nicht ratsam. Dies hat mehrere Gründe. Wer mit einer Erkältung in die Sauna geht, riskiert die Gefahr, dass der Infekt eher verstärkt wird. Fachärzten zufolge bekommt der Infekt nämlich durch den erhöhten Kreislauf zusätzlich einen Beschleuniger. Ebenso wirkt sich solch eine intensive Schwitzkur negativ auf das Herz-Kreislauf-System aus. Außerdem besteht eine Ansteckungsgefahr für die anderen Saunagäste.

In die Sauna, wenn Erkältung abklingt oder wenn Erkältung kommt?

Oftmals kann der Gang in die Sauna bei den allerersten Anzeichen für eine Erkältung eine wahre Wohltat sein. Bei leichtem Frösteln oder Kratzen im Hals kann das Saunieren möglicherweise den Ausbruch der Erkältung stoppen. Allerdings empfiehlt sich hier eine Sauna mit niedrigeren Temperaturen, wie beispielsweise eine Bio-Sauna. Auch der Besuch einer Dampfsauna ist in diesem Fall eher ratsam, da diese die Schleimhäute weniger stark austrocknet. Dies wirkt sich gleichzeitig positiv auf Bronchien und Atemwege. Wichtig ist, den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Kommen Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen oder gar Fieber dazu, sollte man den Gang in die Sauna so lange meiden, bis der Körper sich wieder erholt hat. Ist die Erkältung am Abklingen oder bereits überstanden, können mögliche „Überbleibsel“ des Infekts mit einer Bio-Sauna ausgemerzt werden. Hier sollte man auf seinen Körper hören und warten, bis man wieder auf den Beinen ist. Dennoch ist es in diesem Fall auch ratsam, vorher einen Arzt zu konsultieren, um keinen Rückfall zu riskieren.

Fazit:

Regelmäßiges Schwitzen in der Sauna ist in vielerlei Hinsicht sehr gesund. Dies gilt allerdings auch nur für einen gesunden Organismus. Bei einer Erkältung ist der Gang in die Sauna nicht das richtige Mittel der Wahl. Wohl aber dient der Saunagang, in regelmäßigen Abständen durchgeführt, als eine wirksame Maßnahme zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten, da hierdurch nachweislich das Immunsystem gestärkt wird. Wer sich unsicher fühlt, bei einem beginnenden oder abklingenden Infekt, sollte sich auf jeden Fall vor dem Besuch der Sauna vom Hausarzt beraten lassen.

Quellen:
sauna-portal.com/wissen/gesundheit/sauna-bei-erkaeltung.html
garden-eden.de/sauna/sauna-gegen-erkaeltung-und-grippe.html
netdoktor.at/gesundheit/beauty-wellness/sauna-wirkung-auf-den-koerper-5488

 

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