Hashimoto

Die menschliche Schilddrüse ist ein kleines Organ unterhalb des Kehlkopfes. Sie nimmt als endokrine Drüse viele wichtige Aufgaben des Stoffwechsels wahr und steuert diesen über die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin). Die Schilddrüse regelt nicht nur den Wärmehaushalt und die Herzfrequenz des Körpers und hat damit direkten Einfluss auf den Energiebedarf, sondern sie steuert auch den Atem, die Darmfunktion sowie das Wachstum bei Kindern und Heranwachsenden.

Diese Aufgabe erledigt die Schilddrüse, indem sie die Hormone T3 und T4 produziert und ausschüttet. Die Menge der freizusetzen Hormone wird über das Hormon TSH, welches in der Hypophyse produziert wird, gesteuert. Die Hypophyse selbst bekommt dabei von Hypothalamus im Zwischenhirn die Steuerbefehle über das Hormon TRH. In einer Art Rückkopplung sorgen dann die Schilddrüsenhormone T3 und T4 dafür, dass die Ausschüttung des TSH-Hormon der Hypophyse wieder gedrosselt wird. Bei gesunden Menschen funktioniert dieser Kreislauf problemlos, liegt eine Schilddrüsenerkrankung vor, so ist dieser Kreislauf häufig gestört.

Was ist Hashimoto?

Hashimoto-Thyreoiditis, wie die Krankheit voll ausgeschrieben heißt, ist eine spezielle Erkrankung der Schilddrüse. Die sogenannte Autoimmunerkrankung wurde 1912 vom japanischen Arzt Hakaru Hashimoto erstmals beschrieben und nach ihm benannt. Damals war noch nicht klar, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt.
Autoimmunerkrankung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Immunsystem des Körpers fehlt läuft und sich gegen Teile des eigenen Körpers richtet. Es handelt sich somit um eine Fehlfunktion der Körperabwehr. Die Hashimoto-Thyreoiditis gehört zu den häufigsten Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion und ist die weltweit am häufigsten vorkommende Autoimmunerkrankung.
Während das Immunsystem normalerweise nur Bakterien und Viren, die in den Organismus gelangt sind, bekämpft, bildet bei der Hashimoto-Thyreoiditis der Körper auch Antikörper gegen das körpereigene Gewebe der Schilddrüse. Der genaue Grund für dieses Fehlverhalten des Teams ist bis heute nicht bekannt. Tatsächlich jedoch tritt die Hashimoto-Thyreoiditis jedoch häufig mit anderen Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel Zöliakie oder Diabetes Typ eins, auf.
Aufgrund dieser Abwehrreaktion des Immunsystems ist die Schilddrüse chronisch und langanhaltend entzündet. Häufig vergrößert sie sich dadurch.

Symptome von Hashimoto

Während die Krankheit zunächst anfänglich eine Schilddrüsenüberfunktion hervorruft, gerät die Schilddrüse langfristig jedoch in eine Unterfunktion.
Aus diesem Grund sind die Symptome von Hashimoto völlig unterschiedlich und wechseln im Verlauf der Krankheit.
Die Überfunktion zeichnet sich meist mit Reizbarkeit, Nervosität, Schwitzen, Herzrasen, Zittern, Heißhunger und Durst, Abnehmen trotz reichlich Nahrungsaufnahme, sowie Rastlosigkeit und Zittern der Hände aus. Bei Frauen tritt zudem zusätzlich häufig eine Störung im Menstruationszyklus auf.

Wenn die Krankheit in die Unterfunktion umschlägt, so sind die Symptome oft entgegengesetzt. Die Körpertemperatur sinkt, der Herzschlag vermindert sich, man wird antriebslos, motivationslos oder gerät gar in eine depressive Verstimmung. Ein Haarausfall, brüchige Nägel, kaputte Haare, Augenerkrankungen, Gelenkschmerzen, Verdauungsstörungen und Übelkeit runden das Krankheitsbild ab.
Wichtig zu wissen ist, dass sämtliche Symptome bei der Überfunktion und späteren Unterfunktion nicht alle gleichzeitig auftreten müssen. Während der eine Betroffene viele Symptome aufweist, hat der andere nur wenige oder, sehr selten auch einmal, gar keine Symptome.
Ein weiteres Problem der Hashimoto-Thyreoiditis ist die Tatsache, dass die Krankheit häufig in Schüben verläuft und nicht zuletzt deshalb schwer zu diagnostizieren ist. In Phasen mit wenigen bis gar keinen Beschwerden tippen Ärzte oft zunächst auf andere Krankheiten. Es ist daher unverzichtbar für den behandelnden Arzt, die Diagnostik besonders sorgfältig zu erstellen.

Diagnose von Hashimoto-Thyreoiditis

Zunächst wird der behandelnde Arzt eine körperliche Untersuchung vornehmen und die Schilddrüse abtasten. Gleichzeitig werden über eine Blutuntersuchung (im Labor) nicht nur die Schilddrüsenhormone T3, T4 und TSH bestimmt, sondern es werden zusätzlich beim Verdacht auf Hashimoto weitere Blutwerte bestimmt. Unter anderem wird nach Antikörpern gefahndet, die der kranke Körper gegen ein Schilddrüsenenzym bildet.
Zur Abrundung der Diagnostik kann ein Ultraschallbild der Schilddrüse angefertigt werden.

Behandlung von Hashimoto

Da die Hashimoto-Thyreoiditis zurzeit als nicht heilbar gilt, ist es das Ziel der Therapie, den Hormonspiegel im Körper zu normalisieren. In der Regel produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, sodass diese von außen zugeführt werden müssen. Dies geschieht in der Regel durch das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin, welches es als Medikament zu erwerben gibt. Das Medikament ist identisch mit dem körpereigenen T4 Hormon und kann im Organismus normalerweise zum gesunden T3 Hormon umgewandelt werden. Falls, äußerst selten aber möglich, eine Umwandlungsstörung vorliegt, so muss zusätzlich das T3 Hormon als weiteres Medikament eingenommen werden.
Die Einnahme des Medikamentes L-Thyroxin muss in der Regel ein Leben lang angewendet werden. Die Einnahme geschieht morgens auf nüchternen Magen und man muss wenigstens eine halbe Stunde warten, bevor Nahrung aufgenommen wird. Wichtig ist, dass das Medikament eingeschlichen wird. Eine zu hohe Initialdosis kann bei älteren Menschen oder Menschen mit Herzerkrankungen ansonsten schwere Folgen haben, da das Medikament Einfluss auf den Stoffwechsel und den Puls nimmt.

Fazit

Auch wenn die Hashimoto-Thyreoiditis unbehandelt eine gefährliche Krankheit ist, so lässt sie sich doch zum Glück recht gut in den Griff bekommen. Leider berichten jedoch immer wieder betroffene Patienten davon, dass sie trotz Einnahme ausreichender Mengen L-Thyroxins weiterhin Beschwerden haben.

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