Der diabetische Fuß

Wer als Diabetiker langfristig einen zu hohen Blutzuckerspiegel hat, der muss mit verschiedenen Folgeerkrankungen rechnen. Eine dieser Folgeerkrankungen, die recht häufig ist, ist der diabetische Fuß. In diesem Artikel wird erklärt was der diabetische Fuß ist, wie er entsteht und welche Therapiemöglichkeiten es gibt.

Was ist der diabetische Fuß?

Der diabetische Fuß, medizinisch Diabetisches Fußsyndrom (DFS) genannt, tritt als Folgeschaden des Diabetes, meistens Diabetes Typ 2, auf. Auslöser ist meist ein schlecht eingestellter Diabetes, mit jahrelangen zu hohen Zuckerwerten im Blut. Infolge dessen entstehen häufig die diabetische Neuropathie und die diabetische Angiopathie, die einen diabetischen Fuß zusätzlich begünstigen. Es entstehen schlecht heilende Wunden am Fuß, die auch chronisch werden können und gar nicht mehr verheilen.

Die diabetische Neuropathie

Der jahrelange hohe Zuckerspiegel kann die Nerven schädigen (Polyneuropathie), wodurch das Schmerzempfinden im Fuß reduziert wird oder verloren geht. Wunden werden nicht mehr schmerzhaft wahrgenommen und entsprechend auch nicht behandelt. Der Fuß wird empfindlich, sodass Wunden bereits durch das Anstoßen der Zehenspitzen im Schuh oder kleinen Steinchen unter der Fußsohle entstehen können.

Die diabetische Angiopathie

Der hohe Zuckerspiegel schädigt neben den Nerven auch die Gefäße im Fuß. Es entstehen Durchblutungsstörungen, die Wunden schlecht abheilen lassen. Insbesondere an den Zehenspitzen und an den Zehen selbst finden sich dann solche Wunden, weil hier die Durchblutung am schlechtesten ist.

Eine häufige Ursache für Verletzungen an den Füßen ist auch die beeinträchtigte Schweißproduktion durch die Neuropathie. Die Haut an den Füßen wird trocken und dadurch rissig und letztlich anfällig für kleinste Verletzungen.

Durch den Diabetes ist oft auch die Immunabwehr des Körpers in Mitleidenschaft gezogen und aus den kleinen Hautverletzungen entstehen große Wunden, Wundrose und Geschwüre.

Im schlimmsten Fall ist der Fuß dermaßen geschädigt, dass er amputiert werden muss. Erschreckend ist dabei, dass in Deutschland jährlich rund 50.000 Amputationen aufgrund des diabetischen Fußes vorgenommen werden.

Die Symptome des diabetischen Fußes

Einige wichtige Anzeichen lassen einen diabetischen Fuß vermuten. Häufig leidet der Patient zum einen an einer verringerten Schmerzempfindlichkeit und zum anderen einer verringerten Temperaturempfindlichkeit an den Füßen.

  • Die Haut des Fußes wird immer trockener und die Füße fühlen sich taub an oder kribbeln wie Ameisen.
  • Des Nachts schmerzt oder brennt der Fuß und hat eine erhöhte Berührungsempfindlichkeit.
  • Häufig fühlt sich der Fuß heiß an, ist gerötet und geschwollen.

Die Diagnose des diabetischen Fußes

Auch wenn ein medizinischer Fußpfleger einen diabetischen Fuß recht sicher erkennen kann, so ist es trotzdem notwendig, dass bei Diabetikern, die bisher beschwerdefrei waren, mindestens einmal im Jahr der Arzt die Füße überprüft.

Der Arzt wird neben der Aufnahme der Krankengeschichte den Fuß auf Veränderungen, wie zum Beispiel Trockenheit, Schwielen, Fuß-und Nagelpilz, Verletzungen und Einrisse untersuchen.

Mit dem sogenannten Stimmgabeltest prüft der Arzt, wie empfindlich die Füße noch sind.

Ist der Fuß bereits verletzt, geprüft der Arzt die Wunde genau. Ist diese infiziert wird er über einen Abstrich oder einer Gewebeprobe den Erreger bestimmen.

Auch die Untersuchung der Gefäße auf Durchblutungsstörungen wird vorgenommen. Hierzu wird häufig ein Gefäßchirurg hinzugezogen, der mithilfe der Dopplersonografie den Zustand und den Durchfluss der Gefäße bestimmen kann.

Die Therapie des diabetischen Fußes

Auch wenn es banal klingt, so ist es die erste Aufgabe des Arztes den Diabetes mellitus so zu behandeln, dass eine gute Einstellung der Blutzuckerwerte erreicht wird. Nur so lässt sich eine weitere Schädigung der Blutgefäße und ein Fortschreiten der Neuropathie im Fuß aufhalten. Hierzu gehört auch eine Schulung, die Diabetes Patienten hilft, selbst die Blutwerte zu verbessern und somit das weitere Fortschreiten eines diabetischen Fußes zu verhindern.

Falls die Durchblutung schon stark eingeschränkt ist, so können Medikamente zur Verbesserung der Fließfähigkeit des Blutes eingesetzt werden.

Wunden, Entzündungen und Geschwüre müssen penibel behandelt werden. Die Gabe von Antibiotika und eine sterile Reinigung sind notwendig. Je nach Ausmaß der Verletzung muss die sogar täglich untersucht werden.

Natürlich muss der Fuß entlastet sein und im schlimmsten Fall ist Bettruhe notwendig. Spezielle Schuhe oder Einlagen können insbesondere im frühen Stadium helfen.

Dem diabetischen Fuß vorbeugen

Alle betroffenen Patienten können viel tun, um ihre Situation zu verbessern. Neben der Verbesserung der Blutzuckerwerte ist eine richtige und tägliche Fußpflege unerlässlich. Profis, wie zum Beispiel medizinische Fußpfleger oder Podologen helfen, den Fuß optimal zu pflegen.

Lassen Sie sich von ihrer Krankenkasse beraten und nehmen Sie an Schulungen teil, um ein entsprechendes Problembewusstsein zu erlangen zu lernen, mit dem diabetischen Fuß umzugehen.

1 Kommentar zu “Der diabetische Fuß”

  1. Unter rissigen Füssen leidet unser Vater. Durch die Abhängigkeit von Insulin werden die Füße schnell müde und die Bewegungen auch begrenzt. Bin sehr dankbar für die ausführlichen Tipps zu der richtigen Pflege der Füße bei den Diabetikern! Die Ratschlägen beherzigen wir alle.

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