Diabetes: Therapie & Medikamente

Die Zuckerkrankheit, fachlich Diabetes mellitus genannt, ist ein Überbegriff für verschiedene Stoffwechselstörungen, die alle mit erhöhten Blutzuckerwerten einhergehen. Grund ist hierfür entweder ein Mangel an Insulin (Hormon im menschlichen Körper), eine Insulinresistenz (die Insulinwirkung im menschlichen Körper ist vermindert) oder beides zusammen.

Die zwei mit Abstand am häufigsten auftretenden Formen des Diabetes sind der Typ-1-Diabetes und der Typ-2-Diabetes. Daneben gibt es eine Reihe anderer spezifischer Diabetes Typen, die sehr selten vorkommen. Zuletzt zählt auch der sogenannte Schwangerschaftsdiabetes zu den verschiedenen Diabetes-Formen.

Was ist ein Diabetes?

Um zu verstehen, was der Diabetes ist, muss man die komplizierten Vorgänge im menschlichen Körper kennen. Der gesamte Prozess ist höchst komplex und ununterbrochen ist der Körper dabei, den Zufluss, Abfluss und die Speicherung von Glukose in der Waage zu halten. Erst dadurch haben gesunde Menschen einen Blutzucker, der auch nach der Nahrungsaufnahme konstant auf einen gesunden Wert (zwischen 80 und 120 mg/dl) gehalten wird.

Über den Verdauungsapparat wird kohlehydrathaltige Nahrung (Getreide, Kartoffeln, Reis, Mais, Früchte, etc.) zu Glukose abgebaut. Dieser wird über den Darm ins Blut aufgenommen, wodurch der Zuckerspiegel im Blut steigt.

Dieser Zucker wird beim gesunden Menschen mit Hilfe des Hormons Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse (genauer: in den Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse) produziert wird, in die Zellen geschleust. Dort wird aus der Glukose Energie gewonnen; der Zucker wird „verbrannt“. Gleichzeitig bewirkt das Insulin, dass die Glukose auch in der Leber und in den Muskelzellen (in Form von Glykogen) gespeichert wird.

Während auf der einen Seite die Verbrennung durch die Zellen wichtig ist, so ist auf der anderen Seite das Freisetzen von Glucose aus der Leber und den Muskelzellen wichtig, wenn länger nichts gegessen wurde.

Diabetiker nun haben in der Regel Probleme mit diesem Stoffwechselvorgang. Die Glukose im Blut kann mangels Insulin oder aufgrund einer Insulinresistenz der Zellen nicht in diese geschleust werden. Darüber hinaus können die Leber und die Muskelzellen oft nicht mehr die Glukoseproduktion bremsen, so dass auch hier der Blutzuckerspiegel ansteigt.

Beim Typ-1 Diabetes ist in der Regel eine Autoimmunerkrankung schuld. Die Bauchspeicheldrüse produziert kein, oder selten auch zu wenig Insulin.

Beim Typ-2 Diabetes, welches übrigens die häufigste Diabetes-Form ist, spielen vor allem Übergewicht, erbliche Faktoren und Bewegungsmangel eine Rolle. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere viszerales Bauchfett eine erhebliche Rolle beim Entstehen eines Diabetes-Typ 2 spielt.

Auch in der Schwangerschaft kann ein Diabetes entstehen. Dieser sogenannte Schwangerschaftsdiabetes verschwindet meist kurz nach der Geburt des Kindes.

Warum ist Diabetes gefährlich?

Der Diabetes an sich ist nicht so gefährlich, wie es die Folgeerkrankungen letztlich sind. Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen sind besonders gefährlich. Aber auch der diabetische Fuß, eine mangelnde Durchblutung der Netzhaut aufgrund von Gefäßschäden und eine Neuropathie der Nerven sind schlimme Folgeerscheinungen. Während im schlimmsten Fall der Fuß amputiert werden muss, führt die mangelnde Durchblutung der Netzhaut am Ende zur Blindheit. Die Neuropathie hingegen kann, insbesondere des Nachts und in Ruhe, heftige Schmerzen verursachen.

Welche Therapie-Möglichkeiten gibt es bei der Zuckerkrankheit?

Beim Diabetes des Typ 1 bleibt dem Betroffenen nur, die Zuckerwerte mehrmals täglich zu kontrollieren, die Kohlenhydrate im Essen zu berechnen und entsprechend der errechneten Menge Insulin zu spritzen. Dies setzt somit einen bewussten und eigenverantwortlichen Umgang mit der Krankheit und der Nahrungsaufnahme voraus.

Der Diabetes Typ 2 wird durch eine Insulinresistenz ausgelöst. Gerade zu Beginn der Krankheit ist er oft heilbar. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Diabetes durch Übergewicht und zu wenig Bewegung entstanden ist.
Hierzu sind vor allem eine starke Gewichtsabnahme und eine Änderung des Lebensstils von Nöten. Das viszerale Bauchfett sollte vollständig verschwinden, Muskeln sollten für eine bessere Energiebilanz aufgebaut werden und zudem sollte auf große Mengen Kohlehydrate und Alkohol verzichtet werden. Es ist zu beachten, dass auch Obst und Fruchtsäfte reichlich Kohlehydrate enthalten und entsprechend nur noch in geringen Mengen verzehrt werden sollten.

Hat sich der Diabetes 2 über mehrere Jahre hinweg entwickelt, so ist eine vollständige Heilung meist nicht mehr möglich. Allerdings kann man auch hier über eine drastische Gewichtsabnahme und eine Änderung der Ernährung plus Sport erreichen, dass man ohne Medikamente, bzw. zumindest ohne die Gabe von Insulin, auskommt.

Medikamente bei Diabetes 2

Reicht die Umstellung der Lebensweise nicht mehr aus, um die Zuckerwerte in den Griff zu bekommen, so muss der betroffene Patient Medikamente einnehmen. Zunächst ist das Medikament Metformin das angesagte Medikament. Es handelt sich um das mit Abstand am häufigsten verabreichte orale Antidiabetikum und greift an mehreren Stellen in den Stoffwechsel ein. Einerseits hemmt es die Aufnahme von Zucker im Darm, andererseits hindert es die Leber daran, unkontrolliert Zucker zu verstoffwechseln. Es soll das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen beim Typ-2 Diabetes verhindern.

Wenn die Wirkung des Metformins nicht vertragen wird oder nicht ausreicht, kommen weitere Medikamente ins Spiel. Klassische Medikamente steigern dann die Freisetzung von Insulin, indem die Bauchspeicheldrüse angeregt wird. Die Folge ist allerdings, dass diese früher oder später aufgeben wird und dann Insulin gespritzt werden muss.

Die neuesten Medikamente greifen entweder direkt im Darm in den Stoffwechsel ein oder erhöhen die Zuckerausscheidung über die Nieren. Hier wird Sie, vor allem Aufgrund möglicher Neben- und Wechselwirkungen Ihr Arzt (im besten Fall ein Diabetologe) beraten.

Fazit Diabetes

Während der Diabetes Typ 1 sein Leben lang auf eine Insulin-Therapie angewiesen ist, kann der Typ 2 Diabetes unter Umständen sogar geheilt werden. Wichtig ist hier insbesondere die frühe Diagnose der Krankheit und eine sofortige Änderung des Lebensstils. Alkohol und große Mengen Kohlehydrate haben im Leben eines Diabetikers keinen Platz mehr.

1 Kommentar zu “Diabetes: Therapie & Medikamente”

  1. Recht vielen Dank für die lehrreichen Infos über die Diabetes! Solche Diagnose hat unser Onkel, warum mich eigentlich diese Hinweise interessieren. Mir scheint, der erste Schritt bei der Behandlung soll die ständige Monitoring vom Zuckerniveau sein, wozu es eigentlich günstige Geräte gibt. Auch die Ernährungstipps würden nicht überflüssig. Herzlichen Dank für die Erörterung des Unterschiedes zwischen unterschiedlichen Stufen der Krankheit.

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