Volkskrankheit: COPD

Die Krankheit COPD ist eher unbekannt, und das obwohl das Risiko, an dieser Lungenkrankheit zu erkranken, ebenso hoch ist, wie an Asthma zu erkranken. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) gibt für 2007 weltweit etwa 210 Millionen Menschen mit dieser Krankheit an und alleine in Deutschland sind 6,8 Millionen Menschen betroffen. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere aufgrund der Umwelt-und Luftverschmutzung in naher Zukunft noch viel mehr Patienten an einer COPD erkranken werden. In diesem Artikel gehen wir auf die Ursachen und mögliche Therapien ein.

Was ist die COPD?

Die vier Buchstaben COPD stammen aus dem Englischen und bedeuten Chronic Obstructive Pulmonary Disease. Auf Deutsch bedeutet dies chronisch verengende Lungen-Erkrankung.

Eine COPD entwickelt sich meist langsam zunächst unbemerkt. Die Symptome beginnen mit Husten, Auswurf und Atemnot. Fachleute bezeichnen diese Symptome als AHA-Symptome (Auswurf, Husten, Atemnot). Durchaus können zu Beginn der Krankheit auch nur eines oder zwei der Symptome auftreten. Im Laufe der Erkrankung treten die Symptome irgendwann jedoch zusammen auf.

Auswurf

Bei der COPD sind verschleimte Bronchien das Hauptsymptom. Raucher können den dabei entstehenden Auswurf leicht mit dem verwechseln, der bei dem sogenannten Raucherhusten ab gehustet wird. Wer genau hinschaut, entdeckt jedoch oft, dass der Auswurf eines COPD Patienten bräunlich ist.

Husten

Der chronische Husten eines COPD Patienten ist meist heftig. Insbesondere am frühen Morgen ist der Husten am stärksten ausgeprägt, denn der Körper versucht das Sputum (Auswurf) der Nacht abzuhalten.

Luftnot

Während zu Beginn der Krankheit die Atemnot überhaupt nicht oder nur unter starker Anstrengung auftritt, so schreitet sie im Verlauf der Krankheit immer weiter voran. Dies kann im späteren Verlauf durchaus zu Einschränkungen führen und den Patienten an einen Rollstuhl oder das Bett fesseln.

Was ist die Ursache von COPD?

Auch wenn heute ganz klar das Rauchen (oder passiv-Rauchen) als Hauptursache für eine Erkrankung an COPD auszumachen ist, so gibt es doch eine Reihe weiterer Ursachen, bzw. zumindest Belastungen der Lunge, die eine COPD fördern können: unter anderem sind dies Feinstaub, Luftverschmutzung, sowie das Einatmen von kleinsten Partikel (zum Beispiel bei der Ernte/Getreideverarbeitung oder beim Grillen). Man vermutet, dass die COPD auch genetisch vererbbar ist. Hinweise darauf geben zumindest Häufungen in betroffenen Familien.

Fortschreiten

Unbehandelt schreitet die COPD immer weiter voran. Nach und nach verengen sich die Atemwege, die Schleimhäute schwellen an, die Muskulatur der Bronchien verkrampft sich und der Auswurf beim Husten nimmt zu.

Folgekrankheiten

Ebenfalls tückisch an der COPD ist der Fakt, dass diese als systemische Erkrankung weitere Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann. Im Alter haben mehr als die Hälfte der COPD Patienten in Deutschland weitere Krankheiten. Herzkrankheiten, Bluthochdruck Diabetes und Erkrankungen der Psyche sind häufig.

Therapiemöglichkeiten

Obwohl die COPD nicht heilbar ist, weil sich in der Lunge der Betroffenen Schäden gebildet haben, die irreversibel sind, kann man heute anhand verschiedener Möglichkeiten (je nach Stadium der COPD) das Fortschreiten gut eindämmen.

Medikamente stehen hier an erster Stelle, der Patient muss jedoch zwingend mitwirken und das Rauchen komplett einstellen.

Sofern ein rauchfreier Patient regelmäßig Medikamente einnimmt, so helfen zusätzlich, abhängig vom Fortschritt der Krankheit, regelmäßiger Sport (speziell Lungensport), eine Ernährungsumstellung, eine Gewichtsreduktion und eine Atem-und Sauerstofftherapie.

Sobald der COPD Patient aufgrund der gestörten Atmung nicht mehr vollständig ab atmen kann, bläht sich die Lunge auf und es entsteht ein sogenanntes Lungenemphysem. Die betroffenen Bereiche sind nicht mehr in der Lage den Gasaustauschstellungen durchzuführen, stattdessen stören sie die Atmung, indem sie auf das gesunde Lungengewebe drücken. In diesem Fall hilft das Entfernen der überblähte Bereiche (chirurgische Lungenvolumenreduktion) , der Einsatz von Lungenventilen oder der Einsatz von Coils (kleine Spiralen, die in die Bronchien eingesetzt werden).

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollte der Patient, wie oben erklärt, unbedingt mitwirken. Wenn Sie den Verdacht haben, an einer COPD zu leiden oder regelmäßig Atemnot haben, die von Auswurf begleitet wird, so suchen Sie nach Möglichkeit einen Lungenfacharzt auf. Auch Raucher und ehemalige Raucher sollten dies regelmäßig tun. Der Lungenfacharzt kann mithilfe eines Lungenfunktionstests die Leistung der Lunge überprüfen und gegebenenfalls bereits Medikamente verschreiben.

Gerade zu Beginn reicht häufig ein Cortison-Spray zum Inhalieren (meist morgens und abends) aus, um die kleinen Entzündungen in den Bronchien zu behandeln. Gegen akute Atemnot kann der Lungenarzt darüber hinaus ein Notfallspray verschreiben, welches kurzfristig die Bronchien weitet. Eine ähnliche Symptom bezogene Therapie wird bei Asthma angewendet.

Fazit

COPD ist eine heimtückische Krankheit, da man sie oft erst spät entdeckt. Trotzdem hat jeder Patient die Möglichkeit, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und die Lebenserwartung zu verbessern. Das Rauchen einzustellen, Sport zu treiben und die Medikamente regelmäßig einzunehmen hilft, deutlich länger und vor allem auch länger beschwerdefrei zu leben.

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