Bandagen

So ziemlich jeder Mensch hat es vermutlich schon bei sich selbst oder Verwandten und Freunden beobachtet: eine Verletzung wird, in der Regel zur Ruhigstellung, vom Arzt bandagiert. Dabei kann die Bandage an vielen Stellen des Körpers angewandt werden und erfüllt eine ganze Reihe verschiedener Aufgaben. Die Stützbandage, die ein bestimmtes Gelenk unterstützen und vor Überbeanspruchung schützen soll, ist dabei nur eine Anwendungsmöglichkeit von vielen. In diesem Artikel erklären wir, was Bandagen genau sind und welchen Zweck sie erfüllen.

Was sind Bandagen?

Bandagen bestehen aus einem festen, aber dehnbaren Gewebe.

Einerseits können Bandagen lange, elastische Bänder aus Stoff sein, die um bestimmte Körperpartien gewickelt werden, um diese zu schützen. In der Regel sind sie recht schmal und dafür lang, damit man sie gut wickeln kann. Als Beispiel sei hier die klassische Bandage an den Händen genannt, die beim Boxsport verwendet wird und um die Hand, sowie auch das Handgelenk, herum gewickelt wird. In dieser Form ähnelt die Bandage einem Verband.

Die zweite Variante der Bandage ist ein sogenanntes Kompressionsgestrick, welches man bei Gelenkbeschwerden und Muskelbeschwerden einsetzt. Einerseits zur Therapie, andererseits aber auch um Verletzungen vorzubeugen. Häufig sind diese bereits für das entsprechende Gelenk, bzw. die Körperpartie, geformt und können übergestreift werden (zum Beispiel fertige Handgelenks-oder Fußgelenksbandagen). Manchmal haben die fertigen Bandagen auch Klettverschlüsse, um sie leichter anlegen können.

Fertige, passgenaue Bandagen, haben häufig zusätzliche Einlagen (meist aus Silikon), die die Stabilität verstärken und Halt geben können.

Der Unterschied zu Orthesen

Orthesen dienen ebenfalls der Ruhigstellung von Gelenken oder Körperteilen, sowie auch der Führung und Korrektur. Der Unterschied zu den Bandagen besteht hauptsächlich darin, dass Orthesen festere, stabile Elemente beinhalten. Häufig kann man eine Orthese auch verstellen, um eine Nachjustierung zu ermöglichen. Eine Orthese wird häufig in einem Sanitätshaus, meist durch einen gelernten Orthopädietechniker, angepasst.

Man kann also festhalten, dass eine Orthese dem Körperteil weniger Beweglichkeit ermöglicht, als dies bei einer Bandage der Fall ist. Eine Orthese wird häufig eingesetzt, um ein Gelenk zu schonen und den Heilungsprozess zu unterstützen. Eine Bandage hingegen unterstützt zwar ebenfalls, lässt aber zu, dass das betreffende Körperteil oder Gelenk noch vorsichtig und langsam bewegt werden kann. Die Mobilität bleibt somit erhalten.

Welche Wirkungen kann man von einer Bandage erwarten?

Eine Bandage besteht immer aus einem elastischen Stoff. Dieser kann sich bei der Bewegung der Körperform anpassen und trotzdem stabilisieren. Dadurch ist gewährleistet, dass Muskeln, Bänder und Sehnen nicht verkümmern, bzw. schwächer werden, wie es häufig bei einer vollständigen Ruhigstellung der Fall ist.

Gleichzeitig wird durch die Wicklung der Bandage ein Druck, dessen Intensität durch die natürliche Bewegung zwischen stark und leicht wechselt, auf den entsprechenden Körperteil ausgeübt. Dieser wechselnde Druck wirkt wie eine Massage auf das Gewebe. Dies regt die Durchblutung des Körperteils an, was natürlich der Heilung zu Gute kommt.

Spezialisten haben darüber hinaus die Bandage näher analysiert und herausgefunden, dass in dem Bereich, wo die Bandage das Körperteil umschließt, bestimmte Reize auf das Gewebe und die Muskeln einwirken. Durch diese Reize werden sensomotorische Prozesse im Körper in Gang gebracht, was dann wiederum dem Körper hilft, das Gelenk, bzw. den Muskel, zu stabilisieren.

Eine Bandage kann darüber hinaus auch andere Funktionen übernehmen. Mithilfe einer Bandage können unter anderem Stauungen im Gewebe verhindert werden.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine größere Wundrose am Unterschenkel kann dazu führen, dass der Unterschenkel anschwillt und nach Genesung nicht wieder abschwillt. Wird bereits früh, also zu Beginn der Behandlung, der Unterschenkel mit einer strammen Bandage umwickelt, so kann das Anschwellen des Unterschenkels durchaus recht zuverlässig vermieden werden.

Beispielhafte Anwendungsmöglichkeiten von Bandagen

Am Fuß

Insbesondere am Fuß werden Bandagen sehr häufig eingesetzt. Das Sprunggelenk ist regelmäßig bei vielen Sportarten einer hohen Belastung ausgesetzt. Insbesondere Sportarten wie Fußball, Squash und andere, wo häufig schnell beschleunigt und abrupt abgebremst wird, führen regelmäßig zu oder Bänderrissen.

Bandagen setzt man daher einerseits zur Vorbeugung von Verletzungen ein, aber auch, wenn sich eine Entzündung (Schleimbeutelentzündung), eine Verstauchung oder ein Gelenkserguss (Bluterguss im Gelenk) schmerzhaft bemerkbar machen.

Am Handgelenk

Das Handgelenk ist nicht nur häufig von Zerrungen und Verstauchungen betroffen. Die Hand kann leider auch durch viele andere Indikationen beeinträchtigt werden. Egal ob es eine Sehnenscheidenentzündung, ein Carpaltunnelsyndrom oder eine einfache Arthritis ist: eine Bandage am Handgelenk kann bei vielen Erkrankungen nützlich sein.

Am Knie

Erst wer unter Schmerzen im Knie leidet, der findet heraus, dass das Knie zu den am stärksten beanspruchtesten Gelenken des Körpers zählt. Gerade Sportler, bei denen das Knie schon vorgeschädigt ist, nehmen gerne eine stabilisierende Bandage zum Sport. Aber auch bei anderen leichten Instabilitäten, Arthrose, nach Operationen am Knie und Problemen mit den Bändern ist eine Kniegelenks Bandage durchaus empfehlenswert.

 

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