Armbruch (Oberarm- Unterarm-Fraktur)

Auch wenn es verrückt klingt: theoretisch kann jeder einzelne Knochen im menschlichen Körper brechen. Tatsächlich sind aber die meisten Knochen eher selten von einem Bruch betroffen, die häufigsten Stellen sind die Extremitäten (Arme, Beine, Hände, Füße) das Schlüsselbein, die Rippen und im Alter auch die Hüfte (der gefürchtete Oberschenkelhalsbruch). In diesem Artikel wird beschrieben, wie man einen Armbruch erkennt und richtig behandelt.

Was ist ein Armbruch?

Der Mediziner spricht bei einem Knochenbruch immer von einer Fraktur (Plural: Frakturen). Der Arm ist in Ober- und Unterarm aufgeteilt. Es kann der Oberarm ebenso brechen, wie der Unterarm, der aus zwei Knochen, der Elle (medizinisch Ulna) und der Speiche (medizinisch Radius) besteht. Obwohl die Armknochen theoretisch an jeder Stelle brechen können, ist der häufigste Bruch beim Menschen jedoch die sogenannte Colles-Fraktur, bei der die Speiche in Handgelenk Nähe bricht und sich das Bruchstück in Richtung Handrücken und Daumen verschiebt.

Häufige Ursachen für Armbruch

Ein Armbruch entsteht meist durch einen Sturz, seltener auch durch einen Schlag gegen den Arm, wie er z.B. bei einem Unfall oder mit einem schweren Gegenstand geschehen kann.

Die häufigste Ursache des Armbruchs ist der Sturz, bei dem die Fallbewegung durch den ausgestreckten oder abgewinkelten Arm abgefangen wird.

Eine Vorschädigung, bei alten Menschen häufig durch Osteoporose, seltener auch durch einen Tumor verursacht, kann die Fraktur eines Knochens begünstigen. Man spricht dann von einer pathologischen Fraktur.

Symptome bei Armbruch

Praktisch immer hat der betroffene Patient neben Schmerzen auch eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Häufig ist die betroffene Stelle mit einem Bluterguss gekennzeichnet.

Bei vielen Armbrüchen ist ein Knochen verschoben, man spricht dann von einem dislozierten Bruch. Im schlimmsten Fall ist der Knochen aus dem Arm ausgetreten und es handelt sich um einen offenen Bruch.

In der Regel ist infolge des Bruchs auch das Gewebe um den Knochen herum verletzt. Muskeln, Sehnen und Bänder können ebenso betroffen sein, wie Blutgefäße, die Haut oder Nerven. Beim Armbruch sind Nervenverletzungen mit Störungen im Gefühl oder gar Lähmungen jedoch zum Glück eher selten.

Wie diagnostiziert man einen Armbruch?

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass ein Armbruch immer durch einen Arzt behandelt werden muss. Zu groß ist die Möglichkeit von späteren Fehlstellungen, Nervenschäden und anderen problematischen Folgen.

Der Arzt wird in der Regel den Arm abtasten und den Bewegungsradius prüfen. Zudem wird er den Unfallhergang genauestens wissen wollen. Normalerweise wird die Stelle immer geröntgt, um unter anderem festzustellen, ob der Knochen vollständig und nicht nur angebrochen, verschoben oder sogar gesplittert ist. In seltenen Fällen muss zusätzlich ein weiteres bildgebendes Verfahren, wie zum Beispiel die Computertomographie, angewandt werden.

Wie wird ein Armbruch behandelt?

Die Therapie, also die Behandlung, unterteilt man in zwei Behandlungsmöglichkeiten.

Die konservative Therapie eines Armbruchs

In der konservativen Therapie wird der Bruch nicht operiert. Sofern nötig, wird der Bruch gerade ausgerichtet, was unter örtlicher Betäubung oder, wenn die zu erwartenden Schmerzen sehr hoch sind, sogar unter Vollnarkose ausgeführt wird. Anschließend wird der Bruch, meist für mehrere Wochen, stabilisiert. Hierzu wird der Arm für einen Zeitraum von wenigen Wochen in der Regel eingegipst oder geschient. Seltener kann auch ein straffer Verband ausreichend sein. Der Heilungsverlauf wird in der Regel mehrfach geprüft, unter anderem durch bildgebende Verfahren (Röntgen, CT).

Die operative Therapie eines Armbruchs

Ist der Knochen durch den Bruch verschoben, gesplittert oder gibt es anderweitige Probleme, so muss die Fraktur operiert werden. Dies geschieht unter Narkose, wobei häufig die Vollnarkose gewählt werden muss.

In der Operation wird die Bruchstelle freigelegt und die Fragmente fixiert. Hierzu werden häufig Platten, Nägel, Drähte und Schrauben genutzt, die sämtliche Fragmente zusammenhalten sollen. In seltenen Fällen wird der Knochen durch Schrauben von außen, mit Hilfe eines Metallgestells, fixiert.

Während die äußere Fixation generell wieder entfernt wird, sobald der Bruch verheilt ist, kann unter Umständen das innen liegende Material im Körper verbleiben. Das entscheidet der behandelnde Arzt. Ansonsten ist zur Entfernung der Platten, Schrauben, etc. eine weitere Operation nötig.

Erschwerte Behandlung und Komplikationen

Unter Umständen ist der Bruch so unglücklich, dass nicht ausreichend Knochenmaterial vorhanden ist, um die Knochenteile zu fixieren und wieder aneinanderwachsen zu lassen. In solchen Fällen kann man dem Beckenknochen ein Stück Knochen entnehmen oder alternativ Knochenersatzmaterial verwenden.

Leidet ein dem Bruch sehr naheliegendes Gelenk unter Arthrose, so ist unter Umständen eine Versteifung dieses Gelenks nötig.

Durch eine Operation können darüber hinaus Nervenbahnen verletzt werden und Entzündungen können nach der Operation auftreten.

Abschließende Therapie

Ein gut und normal verheilender Armbruch benötigt in der Regel keine weitere Therapie. Dennoch können sich bei der ruhigen Haltung während des Heilungsprozesses Muskeln und Sehnen zurückbilden und die Beweglichkeit wird eingeschränkt.

Es ist daher wichtig, den Arm langsam wieder an die Belastung zu gewöhnen. Darüber hinaus kann in seltenen Fällen eine Physiotherapie nötig werden. In der Regel wird mit solchen Übungen die volle Beweglichkeit und Belastbarkeit des Armes binnen weniger Wochen wieder vollständig hergestellt.

Zusammenfassung

Ein Armbruch ist in der Regel heute gut behandelbar, gehören jedoch in jedem Fall in ärztliche Hand. Komplizierte Brüche werden operiert, die Erfolgsaussichten, den Arm ohne Einschränkungen wieder nutzen zu können, liegen bei annähernd 100%. Unter Umständen ist eine Physiotherapie nach dem Ausheilen der Fraktur nötig.

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