Frankreich: vermehrt Babys ohne Hände geboren

In der französischen Presse gab es in der vergangenen Woche mehrere Berichte über eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Babys, die ohne Hände und in einigen Fällen ohne einen Teil ihrer Unterarme in drei bestimmten Gebieten Frankreichs geboren wurden. Zusammenhänge mit Spritzmittel Einsatz der Landwirtschaft erhärten sich. Allein im Département Ain in der Region Auvergne-Rhône-Alpes wurden zwischen 2009 und 2014 im Umkreis von 17 Kilometern 7 Kinder ohne Arme oder ohne Hände geboren, einzige Gemeinsamkeit: Alle betroffenen Familien leben sehr ländlich, direkt zwischen Feldern.

Eine mögliche Ursache: Umweltverschmutzung durch Landwirtschaft

Pestizide in der Region Auvergne-Rhône-Alpes“ wurden von 2009 bis 2012 in den Oberflächengewässern der Region 159 verschiedene Substanzen quantifiziert, von denen 476 analysiert wurden. Unter diesen Stoffen sind Herbizide am häufigsten vertreten, da fast die Hälfte der quantifizierten Substanzen Herbizide sind.

Die am meisten quantifizierte Substanz in Oberflächengewässern ist AMPA, das in mehr als 40% der Proben gefunden wurde. Dieser Metabolit stammt aus dem Abbau von Glyphosat und kontaminierte 2/3 der untersuchten Stationen im Zeitraum 2009-2012.

Zusammenhänge zwischen Pestiziden/Herbiziden wahrscheinlich

Alle Mütter wurden befragt und die bekannten Ursachen für diese Missbildungen, d. h. eine Fruchtwasseranomalie, Anämie, ein Virusinfektion mit hohem Fieber in der Frühschwangerschaft, nichts, keinerlei Befunde. Die genetische Spur, wie die Einnahme von Drogen und Medikamente wurde ebenfalls ausgeschlossen. Das einzige, das alle Fälle gemeinsam haben: Sie leben in einer ländlichen Gegend, in der Nähe von Feldern mit Sonnenblumen und Mais.

 

Verdacht besteht aber Ursache noch ungeklärt

Behörden und Mediziner rätseln seit Jahren über die Ursachen dieser gehäuften Missbildungen. Mehrere Untersuchungen wurden in Auftrag gegeben, doch bislang alle ohne Ergebnis.

Damit bleibt das Rätsel um die Kinder ohne Hände und Arme weiter ungelöst. Denn nur wenn die Ursache gefunden und eliminiert wird, können sich werdende Mütter in Frankreich, besonders in den betroffenen Regionen, wieder unbeschwert auf ihr neues Familienmitglied freuen. Denn auch diese Sorge um die Gesundheit des ungeborenen Kindes stellt Stress für die Schwangere und somit auch für das Ungeborene dar.

Quelle: francetvinfo.fr/monde/environnement/pesticides/

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