Medizinische Instrumente für Veterinäre

Wer von jetzt auf gleich in den Behandlungsraum eines Veterinärs stolpern würde, könnte diesen kaum von einem Behandlungsraum für menschliche Patienten unterscheiden. Tatsächlich ist die Ausrüstung für Veterinäre und für Humanmediziner in vielen Aspekten nahezu deckungsgleich. Es werden für viele Aufgaben dieselben (unter Umständen teure) Geräte verwendet. Folglich bräuchte es schon einen geübten Blick, um hier die Wirkungsstätte eines Tierarztes auf Anhieb zu erkennen. Nicht so sehr, weil dieser etwa Spezialwerkzeuge benutzen würde. Allerdings sind bspw. die Wunden, mit denen man es schwerpunktmäßig bei Tieren zu tun hat, anders gelagert, als bei Menschen. So sind offene Wunden häufiger. Was sich an einer relativen Vielzahl an Werkzeugen zur Fremdkörperentfernung und Wundreinigung erkennen lässt.

Teures Equipment

Veterinäre haben es oft mit wiederkehrenden Aufgaben zu tun, die jedoch vor allem chirurgisch und in puncto Nachbehandlung kaum weniger anspruchsvoll sind als bei einem Menschen. Das bringt nicht nur Behandlungsaufwand sondern auch infrastrukturelle Anforderungen mit sich. Man denke bspw. an eine Sterilisation oder auch an Ultraschall Diagnostik. Alles Dinge, die nicht mal eben mit einem Leckerli und einer streichelnden Hand erledigt sind. Folglich findet man bei Veterinären Instrumente und Ressourcen, wie man sie 1 zu 1 auch beim Humanmediziner finden würde:

  • Ultraschall

  • Laser

  • OP-Lampen + OP-Tisch

  • Narkosemittel und Geräte zur Narkose-Überwachung → professionelle Anästhesie

  • „Krankenstation“ / Aufwachraum für die Liebsten

  • Teilweise durchaus auch ein Labor für entsprechende Diagnosezwecke

Was ist das wichtigste allgemeine Rüstzeug?

Eine Auswahl an Scheren und Pinzetten im Behandlungsraum ist ein absolutes Muss. Ebenso wie eine Reihe von Nagelknipsern, die von „Schwerlast“ (Dänische Dogge) bis „winzig“ (Kanarienvogel) reichen. Oftmals hat man es mit verwahrlosten Tieren zu tun oder muss diese darin einschränken, an behandelten Wunden herumzukratzen. Es ist besonders hilfreich, einen Satz elektrischer Knipser zu haben. Dabei sind vor allem leise Geräte nützlich. Sie verärgern bzw. ängstigen Tiere viel weniger als unnötig laute Geräte. Knipser mit Akkus sind meist praktischer und stellen keine Stolpergefahr dar. Alle Knipser sollten natürlich gründlich gereinigt und zwischen den Patienten desinfiziert werden. Geräte für die Probenentnahme (z. B. Tupfer, Blutröhrchen, Probenbehälter), Objektträger und Deckgläser sollten alle zur Hand sein. Bei der Beschaffung von Handschuhen sollte man auch eventuelle Mitarbeiter mit Latexallergie bedenken.

Besonders (ge)wichtig – passende Waagen!

Die Waage ist in Tierkliniken bzw. Veterinärspraxen besonders wichtig! Sie wird nicht nur verwendet, um das Gewicht jedes Patienten zu messen und diesbezüglich Rückschlüsse auf die Gesundheit zu ziehen. Sie ist vor allem sehr bedeutsam, wenn es um die Dosierung von Medikamenten geht. Immerhin hat man es bei Tieren, vom kleinen Hamster bis zum ausgewachsenen Pferd, mit allen möglichen Kalibern und Stoffwechselkonstellationen zu tun. Das Gewicht – auch in Anbetracht des diversen „Formfaktors“ Tier – korrekt messen zu können, ist also immens bedeutsam!

Waagen sind dementsprechend in einer Vielzahl von Größen und Stilen für Kleintiere, Katzen, Hunde, Pferde und Wildtiere erhältlich. Die Waagen für Kleintiere sind auch praktisch für das genaue Wiegen von Lebensmitteln für stationäre Patienten. Verwendete Modelle sollten möglichst tierfreundlich sein – mit bequemen Gummimatten und einem gut ablesbaren LED-Display.

Wie reinlich darf es denn sein?

Autoklav und Sterilisatoren sind in allen Tierkliniken für die ordnungsgemäße Sterilisation von medizinischen Werkzeugen nicht minder unerlässlich wie in der Humanmedizin. Sterilisierte und autoklavierte Werkzeuge sind für sichere und kontaminationsfreie chirurgische Arbeiten notwendig und erhöhen überdies die Lebensdauer von Instrumenten, die sich sonst eingedenk der zum Teil aggressiven Chemikalien abnutzen würden. Autoklaven sind in verschiedenen Größen erhältlich, abhängig von der Größe der Tierklinik bzw. Tierarztpraxis. Sollte jemand eine Klinik mit hohem Volumen bzw. Durchgang betreiben, muss auch eine größere Einheit genutzt werden, um dem zu genügen. Außerdem ermöglichen mittlerweile weitgehend automatisierte, digitale Autoklaven eine schnellere Bearbeitung als die manuelle Version.

Mikroskope für den Durchblick

Mikroskope werden auch in der veterinärmedizinischen Praxis zur richtigen Diagnose und Behandlung von Patienten eingesetzt. Sie werden dort vor allem verwendet, um Patientenproben mit Hilfe bestimmter Lösungen mikroskopisch zu untersuchen – allem voran weil parasitärer Befall in diesem Bereich häufig eine Rolle spielt. Das Mikroskop hat somit einen bedeutenden Einsatz in Tierarztpraxen zur Betrachtung folgender Dinge:

  • Ohrenabstriche

  • Urinsedimente

  • Fäkale Parasiten

  • Blutzytologien

  • Differentielle Zählungen

  • Tumoraspirate

  • Embryotransfer

  • Spermienanomalien

  • Hautproben

  • etc.

Mit dem Fortschritt der Technologie sorgen die neuen Mikroskope für scharfe und helle Bilder. In Verbindung mit neuer, gut anpassbarer LED-Beleuchtung, ist es nun auch einfacher, eine Probe abends zu untersuchen.

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